Gedanken zur Nacht

Russisch für Anfänger
31. August 2011
Rettungsdienst an Heiligabend
18. März 2012

Gedanken zur Nacht

Ich hoffe , dass die vergangenen zwei Nächte nicht richtungsweisend sind. Die Ausbeute: 13 Einsätze.Davon waren lediglich fünf (!) Patienten dabei. Bitte nicht falsch verstehen: Ich freue mich, wenn es unseren Mitmenschen gut geht. Ich freue mich, wenn niemand unsere Hilfe benötigt.

Aber: Für die letzten zwei Nächte hätten wir weder einen Rettungswagen, noch medizinische Fachkenntnisse benötigt. Sieben der sinnfreien Fahrten dienten dem Einfall irgendeines geistig entkernten Schlaumeiers, ein Fahrzeug auf »Gebietsabsicherung« zu stellen. Hiermit meine ich ausdrücklich nicht den Disponenten – der macht lediglich, was man ihm per Dienstanweisung vorsetzt. Aber irgendwer hat’s erfunden, vermutlich am Runden Tisch der kühnen Einfälle – fernab jeglicher Praxiserfahrung. Der Erfinder dieser Schikaneeinrichtung für Rettungsdienstpersonal hat wohl noch nie einen Rettungswagen von innen gesehen, außer vielleicht als Patient. Er hat sicher noch nie eine einzige Schicht im Rettungsdienst verbracht, denn sonst würde er sehen, wie das permanente Verrichten unsinniger Tätigkeiten ist.

Der Rettungsdienst in Deutschland ist übrigens eines der wenigen Länder, die noch mit analoger Funktechnik arbeiten (siehe Bild 8). Diese Technik ist dermaßen fehleranfällig, dass oftmals Straßennamen falsch verstanden werden. Ein Beispiel: Karlsfelder Weg und Carl-Felber-Weg. Der Haken ist, dass beide Straßen am jeweils anderen Ende der Stadt liegen. Willkommen in der Abteilung »Murphys Gesetze für den Rettungsdienst«.

Was solls. Meine Schicht endet in jedem Fall irgendwann, und ich werde nach Hause gehen.

[pjc_slideshow slide_type=“gedankenzurnacht“]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.