Kinderklinik

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Kinderklinik

Neulich, in der Notaufnahme einer Kinderklinik. Der jugendliche Patient hatte sich erfolgreich ins Koma gesoffen. Eine 1000stel Sekunde, bevor sich das Bewusstsein ins Nirvana verabschiedete, war er noch mit seiner Birne auf eine Tischplatte geschlagen – HWS-Beteiligung also nicht auszuschließen. Aufgrund der Überwachungspflicht mussten wir in besagtes Krankenhaus. Der aufnehmende Pädiater zeigte sich von der Halskrause irritiert und faselte etwas von einem unbezwingbaren Rattenschwanz, den diese Halskrause nun nach sich zöge. Klar-man muss den Patienten einem chirurgischen Konsil zuführen, ihn einem Neurologen vorstellen und vielleicht in noch ein paar anderen Abteilungen vorbeisehen. Eine Menge Leute können nun nach Ansicht des Doktors nicht schlafen, weil wir böse Retter uns an SOPs halten. Die Empfehlung des Mediziners war nicht schlecht: „Lassen Sie die Halskrause beim nächsten Mal doch bitte einfach weg, ja? Weil – das zieht immer so viel nach sich.“ Kurzes Grinsen in meine Richtung. Und ratsch – fort war sie.

Danke fürs Gespräch. Ich schlage vor, wir machen uns wieder eine beige Taxilackierung, schrauben die Blaulichter herunter und entfernen alles an medizinischem Equipment aus der buntlackierten Frittenbude. Dann kommen wir auch nicht in die blöde Versuchung, einen Traumapatienten als solchen zu behandeln.

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