Leere Stadt

Anschnallpflicht im Rettungsdienst
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Leere Stadt

Die Stadt, 3 Uhr früh. Stillstand. Nur die Geister sind noch auf der Straße, sonst niemand. Auch am Funk ist es ruhig. Die Schwangere in unserem Rettungswagen sagt nicht viel, während wir auf dem Weg in die Frauenklinik sind. Müdigkeit und das Glitzern der Lichter machen die Reise zu einem subtilen Erlebnis besonderer Art. Die Stadt ist leer.

Der Pförtner der Frauenklinik spricht akzentreich. Er, dunkelhäutig, vermutlich von der Elfenbeinküste: »Kreißsaal? Erste’ Stock, Ruckgebäud’. Nehmen Sie die Aufzug. Dann herum.« Rauch quillt aus seinem kleinen Kabuff heraus und stinkt erbärmlich abgestanden und kalt, wie in einer Bahnhofshalle der Achtziger Jahre.

Ich bedanke mich, wünsche einen ruhigen Dienst. Beim Verlassen winkt der Pförtner brüderlich. Ich mag ihn, obwohl ich ihn nicht ganz eine halbe Minute kenne.

Ich bin müde und sehe den Sonnenaufgang am Ende der Nachtschicht.

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