Verguckt

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Verguckt

Neulich. Die Autobahn. Gefährliches Pflaster. Ein Verkehrsunfall, bei dem Menschen schwer verletzt wurden.

Immer schlimm.
 
Aber auch schlimm sind die, die im Stau stehen. Die langsamer fahren, um zu glotzen. Die bremsen, um zu gaffen und einen Auffahrunfall provozieren, weil der Auffahrende seine Augen ebenfalls beim Unfall hat, anstatt auf der Straße.

 Am hässlichsten und undankbarsten sind die, die sich darüber aufregen, warum es nicht weitergeht. Warum sie zu spät kommen müssen. Zur Arbeit, ins Kino oder nach Hause aufs Sofa. Oder zur Affäre. Zwei Stunden nur für die Liaison – das wäre eh wenig gewesen. Denn – man muss ja pünktlich zu Hause bei Frau und Kind sein. Und nun nimmt einem dieser scheiß Unfall noch Zeit davon weg … Wahnsinn.
Ein zerstörtes Wrack. Metall um sich herum. Die kreischende Schere der Feuerwehrleute, die durch das Metall gleitet wie durch Butter. Splitterndes Glas, das den Rettern überall hinein bröselt.
Lieber Gaffer, das wäre vielleicht Ihr Preis gewesen, wären Sie nur einige Minuten früher an dieser Stelle gewesen. Anstatt sich darüber zu freuen, dass Sie selbst nicht die Ursache für diesen schweren Verkehrsunfall sind und mitten drinstecken, sind Sie darüber erbost, warum Sie denn schon wieder im Stau stecken. Sie sind sich ihrer eigenen Sterblichkeit und dem Glück, gesund zu sein, nicht bewusst. Mieses Karma. Aber Gott vergibt. Vielleicht.

VU

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